Wie können Soldaten den Beihilfeanspruch für sich selbst oder die Familie nutzen?

Restkostenversicherung nach Dienstzeitende

In unserem Beratungsalltag werden wir häufig mit Fragen zum Thema Heilfürsorge, Beihilfeanspruch und Krankenversicherung für Soldaten konfrontiert. Häufig werden diese Begrifflichkeiten durcheinander gebracht, was im Zweifelsfall für Verwirrung sorgt. In diesem Blogbeitrag möchten wir ein bisschen Licht ins Dunkel bringen und kurz und knapp erläutern, was der jeweilgie Begriff für den Soldaten bedeutet.

Hat der Soldat eine Krankenversicherung?


Nein, der Soldat hat keine Krankenversicherung. Über seinen Dienstherrn, die Bundeswehr, erhält der Soldat Heilfürsorge oder auch UTV genannt (unentgeltlich truppenärztliche Versorung). Das bedeutet, sollte der Soldat erkranken oder ihm ein Unfall zustoßen, wird er einfach vom jeweiligen Truppenarzt behandelt. Die unentgeltlich truppenärztliche Versorgung muss der Soldat auch nicht in irgendeiner Art und Weise beantragen, sondern sie steht im ab Dienstantritt zur Verfügung.

Die Beihilfe nutzt der Soldat nach Dienstzeitende

Sobald der Soldat auf Zeit aus seiner aktiven Dienstzeit ausscheidet und in die Zeit der Übergangsgebührnisse geht, kommt für ihn selbst der Beihilfeanspruch zum Tragen. Sollte der Soldat nach seinem Dienstzeitende nicht direkt eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen, sondern bspw. eine Weiterbildung in der Bundeswehrfachschule oder Technikerschule machen, muss er sich selbst um eine Krankenversicherung kümmern. Es stehen grundsätzlich zwei Varianten zur Wahl: Freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung oder eine private Restkostenversicherung in Ergänzung zur Beihilfe. Die private Variante ist in der Regel deutlich günstiger und bietet dem ausgeschiedenen Soldaten wesentlich bessere Leistungen. Bei Berufssoldaten verhält sich das ähnlich: Sobald der Berufssoldat in die Pension geht, benötigt er ergänzend zu dem Beihilfeanspruch die Restkostenversicherung.

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Kann mein Kind bei mir als Soldat mitversichert werden?

Nein, da der Soldat keine eigene Krankenversicherung besitzt, besteht auch nicht die Möglichkeit das Kind über eine Art Familienversicherung (wie man es aus der gesetzlichen Krankenversicherung kennt) mitzuversichern. Allerdings hat der Soldat die Möglichkeit den bestehenden Beihilfeanspruch in Höhe von 80% für sein Kind zu nutzen. Beihilfeanspruch bedeutet in diesem Fall, dass 80% der Krankheitskosten des Kindes von der Bundesbeihillfe übernommen werden. Die Nutzung des Beihilfeanspruchs setzt allerdings voraus, dass eine 20%ige Restkosten Krankenversicherung für das Kind abgeschlossen wird um einen 100%igen Krankenversicherungsschutz zu gewährleisten. Den privaten Krankenversicherungsschutz muss der Soldat mit Hilfe eines Aufnahmeantrages bei einem privaten Krankenversicherer – zum Beispiel den Soldaten Experten Continentale Versicherung – beantragen. Die Beihilfe muss nicht in Form eines Vertrages abgeschlossen werden, dieser Anspruch besteht ganz einfach, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Beim Beantragen von Leistungen bei der Beihilfe muss allerdings ein Beihilfeantrag (eine Art Laufzettel) ausgefüllt und den Rechnungen beigefügt werden, damit die Leistungen abgerechnet werden können. Nach erstmaligem Beantragen reicht in der Regel ein verkürzter Beihilfeantrag aus.

Kann ich meine Ehefrau mitversichern?

Nein, genau wie bei der Versicherung von Kindern kann aufgrund fehlender Krankenversicherung des Soldaten keine Familienversicherung genutzt werden. Sollte die Ehefrau des Soldaten aber nicht sozialversicherungspflichtig angestellt sein, so kann in der Regel auch hier ein bestehender Beihilfeanspruch in Höhe von 70% genutzt werden, welcher durch eine 30% ige Restkosten Krankenversicherung aufgestockt werden muss.

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